Betriebe wissen wenig über Biodiversität

ZLaut dem neuen Bericht des Weltwirtschaftsforums über globale Risiken ist der Verlust der biologischen Vielfalt eines der größten Risiken der Welt. Die Wirtschaft ist zu einem großen Teil auf eine intakte Natur mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt angewiesen – nicht nur die Land- und Forstwirtschaft oder die pharmazeutische Industrie. So war beispielsweise die Frage der ausreichenden Wasserversorgung ein kritischer Faktor für die Tesla-Siedlung in Brandenburg.

Laut Weltwirtschaftsforum hängt mehr als die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von der Biodiversität ab. Verarmt die Natur, drohen den Unternehmen schwere finanzielle Einbußen. Dies könnte laut einer Studie der Weltbank zu jährlichen Kosten von mehr als 2,7 Billionen US-Dollar oder einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um etwa 2,3 Prozent ab 2030 führen, selbst wenn einige ausgewählte natürliche Dienstleistungen wegfallen.

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Doch auf diese Szenarien sind Unternehmen kaum vorbereitet. Die überwiegende Mehrheit hat keine konkrete Vorstellung davon, inwieweit sie von den Ressourcen und Leistungen der Natur abhängig sind und inwieweit diese folglich Ökosysteme und deren Produktivität belasten. Umweltschützer bieten Unterstützung an.

Der WWF stellt ein Online-Tool vor

Der WWF hat am Montag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos den sogenannten Biodiversity Risk Filter vorgestellt. Mit dem Online-Tool können Unternehmen und Finanzinstitute biodiversitätsbezogene Risiken in ihren Standorten, Wertschöpfungsketten und Investitionen identifizieren und diese dann widerstandsfähiger machen.

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Diese Risiken waren auch Thema der World Nature Conference in Montreal. Das im Dezember von der internationalen Gemeinschaft verabschiedete „Global Framework for Biodiversity“ sieht vor, den Verlust der Biodiversität bis 2030 zu stoppen und eine Trendwende einzuleiten. Das funktioniert nur, wenn man nicht mehr auf Kosten der Natur auskommt.

Eine solche Transformation erfordert die Kenntnis der wechselseitigen Beziehungen zwischen Ökonomie und Natur. Aus diesem Grund enthält die International Convention on Nature unter anderem eine Verpflichtung zur Berichterstattung von Unternehmen zur Biodiversität. Bis 2030 sollten die Vertragsstaaten sicherstellen, dass große und transnationale Unternehmen und Finanzinstitute ihre Risiken, Abhängigkeiten und Auswirkungen auf die biologische Vielfalt regelmäßig überwachen, bewerten und transparent offenlegen. Und auch entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette.

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Neue Verpflichtung für 50.000 Unternehmen

Umweltschützer, Wissenschaftler und sogar Hunderte von Unternehmen wie die „Make it Mandatory“-Initiative haben auf eine verpflichtende Berichterstattung gedrängt. Darauf konnten sich die Länder der Weltnaturkonferenz nicht einigen. „Aber auch mit der jetzigen Formulierung haben wir ein starkes Ergebnis“, sagt Ingmar Jürgens, Mitgründer und Geschäftsführer des Start-ups „Climate & Company“, das Entscheidungsträger zum Klima- und Biodiversitätsschutz berät.

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