Mystisch, beunruhigend, brutalistisch: der Herbst/Winter 2023 Rick Owens Look

Rick Owens hat eine ganz eigene, brutalistische Ästhetik – dafür ist er bekannt, das hat ihn berühmt gemacht. Die Herbst/Winter-Kollektion 2023 überrascht immer wieder und ist betörend schön:

Für die Präsentation der Herbst/Winter 2023 Kollektion wählte Rick Owens wie schon bei der vergangenen Spring/Summer 2023 Show das Palais de Tokyo in Paris für sein gleichnamiges Label – ein Zentrum für Kreativität und zeitgenössische Kunst. Am Tag der Show wurde das ikonische Museumsgebäude jedoch zum Epizentrum der Modewelt. Am selben Tag zeigte Issey Miyake seine neuen Kreationen in der obersten Etage, bevor er in der unteren Etage mit Rick Owens Polka Dots weitermachte. Im Gegensatz zu den riesigen Feuerbällen, die der Designer bei der letzten Show in die Fontänen des Art-Deco-Denkmals warf, gab es diesmal eine sehr nüchterne Szenografie mit natürlichem Licht. Auf der Palastterrasse befand sich ein erhöhter Laufsteg aus Baumetall, der im Zickzack durch das Publikum führte – darunter Stars wie Victoria und David Beckham sowie Rapper Usher.

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Wenige Sekunden vor Beginn der Show breitete sich dichter, weißer Nebel über dem Boden aus. Diese reichte bis zum erhöhten Laufsteg und die Füße der Gäste verschwanden darin. Tyrone Dylan – seit 2020 eine der Hauptmusen des Designers – eröffnete die Show dann in einem sehr freizügigen und natürlich komplett schwarzen Outfit. Ein Outfit, das den Geist der Marke voll und ganz widerspiegelt. Das australische Model zeigte all ihre Bauchmuskeln in einem schwarzen schulterfreien Umhang, tief sitzenden Shorts und charakteristischen Owens-Stiefeln. Inspiriert von Luxor in Ägypten, wo Rick Owens einen Teil des Jahres lebt, knüpfte der Look an die bisherigen Kollektionen des Designers an – vielleicht sogar eine kleine Hommage.

Geheimnisvoll, beunruhigend, mit einer kalten Primitivität: Herbst/Winter 2023 Rick Owens Look

„Diese Kollektion ist inspiriert von architektonischen Formen mit einem Hauch Pseudo-Mystik der ‚Sleazy Seventies’. Es hat spitze Schultern, eine hohe Taille und Längen, die bis zu den Knöcheln reichen, was an eine fast viktorianische Silhouette erinnert – ein Spiegelbild der Ursprünglichkeit […]“, lesen Sie in der Pressemitteilung, die Minuten vor Beginn der Show verschickt wurde. Volumen und XXL-Heels, wallende lange Mäntel, Gesichter mit schwarzen Make-up-Streifen: Rick Owens’ Look für den kommenden Winter besteht aus einem mysteriösen, verstörenden Mann mit einer kalten, altmodischen Ursprünglichkeit. Hier sind die drei wichtigsten Aspekte der Show und ihrer Ästhetik.

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Hier sind 3 Dinge, die Sie über die Herbst/Winter-Show 2023 von Rick Owens wissen sollten:

Estro/Getty Images

1: Das Make-up war dunkel und beängstigend

Der gewünschte Effekt der Kollektion war, dass jeder Look von Kopf bis Fuß erschreckend und geradezu dämonisch war. Und Rick Owens hat es erfolgreich gemacht. Dabei spielte das Make-up eine besonders wichtige Rolle. Dies wurde von Daniel Sallstrom kreiert, einem offensichtlich talentierten Maskenbildner. Am bemerkenswertesten waren die schwarzen Kontaktlinsen, die einige Models tragen. Diese entmenschlichten und schufen ein androgynes und jenseitiges Aussehen. Dann gab es Gesichtsbemalungen in Dreiecksform, die an die Schminke der Pharaonen erinnerten.

Estro/Getty Images

Victor VIRGILE/Getty Images

2: Mäntel kamen mit enormem Volumen

Aufblasbare Daunenjacken aus Nylon waren ein weiteres Standbein in mehreren Looks. Diese Kreationen umhüllten die Körper der Models sehr eng, aber die voluminöse Natur des Designs verdeckte die geschlechtsspezifischen Elemente des Körpers. An Rick Owens Zwangsjacken gebunden, konnten sich die Träger nur mit Mühe bewegen. Zu den weiteren Key-Visuals der Show gehörten Herrenröcke in Midi-Länge, Jacken mit spitz zulaufenden Schultern und in Italien hergestellter Denim. Gemeinsam haben sie die Ästhetik der Kollektion geschaffen, und eine wunderbare Ergänzung war, dass sie größtenteils aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt wurden.

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