So feiern die Wasserburger Feuerhexen ihr 20-Jähriges

Heute ist der Geburtstag der Feuerhexen von Wasserburg. Seit 20 Jahren gibt es lustige kleine Kerlchen, die mit ihren Witzen der fünften Jahreszeit zuverlässig die Straßen von Wasserburg gefährlich machen. Kein Wunder also, dass ein solches Jubiläum gefeiert werden will. Und das werden die Wasserburger Feuerhexen am kommenden Wochenende ausgiebig tun.

Es begann wirklich alles aus einer Laune heraus. Genauer gesagt aus Faschingsstimmung. Michael Beck erinnert sich noch gut, wie er sich wie jedes Jahr am Freitag nach dem Gumpigen Donnerstag mit einer Gruppe von Freunden im Feuerwehrhaus traf, um ein wenig zu feiern.

Da Fasching war, waren natürlich alle geschminkt. Und irgendwann kam jemand auf die Idee, dass wir uns am Faschingsdienstag treffen und gemeinsam durchs Dorf laufen könnten. Und als Hexen verkleidet.

Es beginnt mit einer Schürze und einer Plastikmaske

Ausgerüstet mit Omas Schürze und Plastikmaske ging es dann tatsächlich von Laden zu Laden, zu Banken und Apotheken zum Rathaus.

Unordentliches Haar, ein oder zwei Streiche und selbsternannte Narren haben überall etwas Leckeres zum Knabbern. Ein zünftiges Mittagessen in der Metzgerei, ein Schnaps hier, ein Bier dort und schließlich ein Abendtrunk im Rathaus. Eine Tradition, die sich bis heute erhalten hat.

Denn mit diesem ersten Umzug in den Neunzigern wurden nicht nur die „Hexenmäschkerle“ geboren, sondern auch die Wasserburger Feuerhexen. Oder zumindest der Wunsch, vorerst einen Club zu besitzen.

„Wir wollten keinem anderen Verein beitreten“, erinnert sich Michael Beck, heute stellvertretender Vorsitzender der Wasserburger Feuerhexen, und erklärt, dass es damals mit „Glockenfischern“ ein Wasserburger Häs gab. “Aber sie existierten nur ein oder zwei Jahre, und dann verschwanden sie.”

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Aus 14 werden 144 Mitglieder

Deshalb riefen die sieben Wasserburger Familien am 28. Juli 2003 die Wasserburger Feuerhexen ins Leben. Heute, 20 Jahre später, sind aus 14 Mitgliedern 144 geworden. Ich zähle die Kinder nicht mit.

Doch mit der Gründung des Vereins ist die Geschichte der Wasserburger Feuerhexen noch lange nicht erzählt. Auch ihr Aussehen hat sich weiterentwickelt. Die Schürze wurde an einen Haken gehängt und wich einem selbstgeschneiderten schwarzen Rock, einem blau-weiß karierten Hemd, einer weißen Pluderhose und einer rot-weißen oder blau-weißen Leggings.

Die Farbwahl bezieht sich auf das Wasserburger Wappen. Rote Farbe bedeutet Feuer. Die Plastikmasken sind vorerst geblieben. „Aber sie waren schrecklich“, erinnert sich Michael Beck noch heute mit Schrecken an die Gesichter, die unter den Masken von Kondenswasser triefen.

Wie sich Maske und Häs verändern

Kein Wunder also, dass die Feuerhexen die Gesichter wilder Hexen hatten, die der Ravensburger Schnitzer in Holz geschnitzt hatte. Zu diesem Zweck wurde auch eine obligatorische Bürste aus Büschen hinzugefügt. Und da das ursprüngliche karierte T-Shirt an mangelnder Einheitlichkeit scheiterte, die über die Jahre nicht aufrecht erhalten werden konnte, ziehen die Feuerhexen nun in knallblauen T-Shirts durch die Straßen.

Ihr Schlachtruf „Snow – snow“ kommt übrigens auch nicht von ungefähr. Im Gegenteil, der Ruf des Narren stammt von der Nonnenhorner Wagenfasnet, als Waggonbauer aus Wasserburg mit einem Heugebläse tonnenweise Konfetti verteilten und die Straßen mit weißen Papierflocken bedeckten. Seitdem heißt es: „Wenn die Wasserburger kommen, ist es wie Schneefall.“ Was bleibt, ist Schnee – Schnee.

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2018 war der Henker die letzte, nicht ganz unbestrittene Figur. Als Ergänzung zu Hexen oder zu deren Verbesserung gedacht, gibt es nur eine. Und wie die Hexen ist er der Wasserburger Geschichte entsprungen.

Denn im Mittelalter fanden in Wasserburg Hexenjagden statt und natürlich gab es dort einen Henker. Er war eine Person, die Gefangene folterte und sie auf dem Scheiterhaufen verbrannte.

Im Gegensatz zu seinem historischen Vorbild sollte die Arbeit des heutigen Henkers jedoch eher ein Gleichgewicht sein. Seine Aufgabe ist es, die Hexen in Schach zu halten, wenn sie ihre Streiche übertreiben.

Die Tradition ist älter als der Verein

Natürlich waren die Feuerhexen nicht die ersten, die in Wasserburg Fasching feierten. Schon in den 1920er Jahren soll es Wasserburger gegeben haben, die das Dorf auf der Nonnenhorner Wagenfasnet vertreten und Umzüge in Wasserburg organisiert haben.

Die Kinderumzüge, die heute noch traditionell am Bromigen Freitag stattfinden, gehen auf die 1960er Jahre zurück, als Paula Rehm für die Umzüge ihr Gästehaus in eine Schneiderei für Kinderkostüme umwandelte. Ganz zu schweigen von den legendären Frauenfaschingsbällen in den Achtzigern.

Doch mit den Feuerhexen von Wasserburg hielten auch feste Termine und Bräuche Einzug in das dörfliche Leben. So wurde 2005 der erste Narrenbaum mit der Wurzel nach oben aufgestellt. Als Symbol dafür, dass während des Karnevals ein sonst so geordnetes Leben buchstäblich auf den Kopf gestellt wird.

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Und auch der Umzug an einem Dienstag ist eine feste Tradition (21. Februar). Es endet traditionell mit einem Feierabendmütze im Rathaus. Auch das ist Tradition Kinderparade am Freitag folgten sie Kinderball (17. Februar). Bei Sturm im Rathaus (16. Februar), wenn jedes Jahr am Gründonnerstag die Macht des Dorfes in die Hände von Verrückten übergeht, müssen sich Bürgermeister und Gemeinderäte einem Hexenprozess stellen.

Ausstellung und Rahmenprogramm zum runden Geburtstag

Dieses Jahr haben die Wasserburger Feuerhexen Geburtstag und das feiern sie natürlich ganz besonders. Vor allem mit “Hexura”, der Jubiläumsausstellung, in der sie ihre Geschichte aufbereitet haben.

Die Schaufenster in Wasserburg bieten jeweils einen anderen Einblick in die Geschichte des Wasserburger Karnevals. „Jede Vitrine hat ein anderes Thema“, erklärt Erste Präsidentin Sabrina Stadler.

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das kommende Wochenende. Es geht los Freitag um 18:30 Uhr mit der Aufstellung des Narrenbaums auf dem Lindenplatz, begleitet vom Chaos Orchestra. Dann geht es weiter Sumserhalle, wo alle ab 16 Spaß haben können. Acht Rag Bands traten auf.

Bei Samstag ist um 14:11 Uhr mit Narren springen weiter, die von Eulenspiegel nach Sumserhalla führt. An diesem Tag verwandelt sich der Parkplatz in Partymeileund Kaffee und Gebäck in der Sumserhalle selbst.

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